Silke Bonde - Zeitgenössische Papierkunst
Silke Bonde: Papierkunst zwischen Zeichnung, Relief und Skulptur
Die dänische Künstlerin Silke Bonde (*1990) schafft minimalistische, dreidimensionale Arbeiten aus Baumwollpapier und Aquarell. Im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis steht das Verhältnis zwischen Mensch und Natur – und das Paradox einer tiefen Sehnsucht nach Natur bei gleichzeitig zunehmender Distanz zu ihr. Durch präzise Einschnitte und Bearbeitungen verwandelt Bonde die flache Papieroberfläche in räumliche Strukturen zwischen Zeichnung, Relief und Skulptur.
Vom Baumwollpapier zur dreidimensionalen Landschaft
Ausgangspunkt von Bondes Arbeiten ist die Fläche des Papiers. Mit dem Skalpell setzt sie feine Einschnitte und entwickelt daraus organische Formen, die sich aus der Oberfläche herauslösen. Durch Wiederholung, unterschiedliche Ausrichtungen und die präzise Bearbeitung des Materials entstehen komplexe Strukturen mit einer beinahe landschaftlichen Räumlichkeit.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Licht: Je nach Blickwinkel und Lichteinfall werfen die eingeschnittenen und aufgerichteten Papierformen feine Schatten. Die ursprünglich flache Oberfläche verändert sich dadurch kontinuierlich und erhält eine skulpturale Tiefe. Aquarellfarben setzen zurückhaltende Akzente und verstärken die Verbindung zu den natürlichen Landschaften und Formen, von denen sich Bonde inspirieren lässt.
Natur, Landschaft und Perspektive als wiederkehrende Motive
Natur bildet den Ausgangspunkt für Silke Bondes gesamtes Werk. Landschaften, Pflanzen, Wasser, Berge und Vögel erscheinen nicht als naturalistische Darstellungen, sondern werden in abstrahierte Formen, Rhythmen und räumliche Strukturen übersetzt.
In ihrer 2025 bei Schlieder Contemporary gezeigten Soloausstellung Bird untersuchte Bonde den Vogel als Symbol für Leichtigkeit, Freiheit und wechselnde Perspektiven. In späteren Arbeiten richtet sich ihr Blick verstärkt auf Landschaft, Weite und die Frage, wie unsere physische Erfahrung von Natur unsere Wahrnehmung und unser inneres Gleichgewicht beeinflusst.

Minimalistische Papierkunst – Licht, Schatten und räumliche Tiefe
Bondes reduzierte Formensprache verbindet Minimalismus mit der organischen Unregelmäßigkeit der Natur. Erst durch Licht und Schatten entfaltet sich die räumliche Wirkung der Papieroberflächen vollständig. Je nach Standort des Betrachters verändern sich Konturen, Tiefen und Schatten und lassen die Werke zwischen Bild und Objekt oszillieren.
Trotz ihrer hohen handwerklichen Präzision wirken die Arbeiten bewusst leicht und selbstverständlich. Ihre ruhige Ästhetik lädt dazu ein, genauer hinzusehen und Details wahrzunehmen, die sich erst bei längerer Betrachtung erschließen.

Ausstellungen und Kunstmessen
2026
Kunstfabrik HB55 - Berlin DE
2025
Art Toronto - Schlieder Contemporary -Toronto CA
Schlieder Contemporary -Frankfurt DE (solo)
Three days of Design - Copenhagen DK
Atelier établi - Berlin DE
Art Karlsruhe - Schlieder Contemporary - Karlsruhe DE
2024
Schlieder Contemporary -Frankfurt DE
Fredericia Furniture - Copenhagen DK
Ausgewählte Kollaborationen






















