John Franzen: „Each Line one Breath“ (Ellipse) mittelformatige Zeichnung im Querformat 2025 Fineliner auf Papier 55 ×105 cm gerahmt
In der Werkserie Each Line One Breath verdichtet John Franzen (*1981) den Akt des Zeichnens auf seinen elementarsten Ursprung: die eigene Existenz im Moment. Jede Linie entsteht im Rhythmus seines Atems. Mit dem Einatmen wird eine Linie gesetzt, mit dem Ausatmen folgt die nächste. Zeichnung und Körper sind dabei untrennbar miteinander verbunden – der physische Vorgang des Atmens wird zum strukturierenden Prinzip der Arbeit.
Die Linie ist bei Franzen nicht Ausdruck eines vorab festgelegten Bildes, sondern das sichtbare Resultat eines zeitlichen und körperlichen Prozesses. Jede Spur verweist auf einen konkreten Moment des Seins, auf Präsenz, Konzentration und Vergänglichkeit zugleich. Der Atem fungiert als Taktgeber, als Maß für Zeit und als unmittelbarer Ausdruck von Leben. So wird die Zeichnung zu einer Art stiller Selbstvergewisserung: Solange eine Linie entsteht, ist der Künstler da.
Gleichzeitig verweigert sich die Serie jeder narrativen oder symbolischen Überhöhung. Die Reduktion auf Linie, Papier und Atem lenkt den Blick auf das Wesentliche und macht die Verletzlichkeit des menschlichen Daseins spürbar. Unregelmäßigkeiten, Verdichtungen oder Pausen sind keine Störungen, sondern Zeugnisse des individuellen Atemrhythmus und damit der körperlichen Realität des Künstlers.
Each Line One Breath ist weniger als Bild denn als Protokoll einer Existenz zu lesen. Die Zeichnungen halten fest, was sich normalerweise dem Sichtbaren entzieht: Zeit, Atem und die fragile Kontinuität des Lebens selbst.
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John Franzen: „Each Line one Breath“ Ellipse 55 × 105 cm
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